Darum geht es hier:

In unserem kleinen geschichtlichen Abriss (klingt langweilig, ist es aber nicht - versprochen) erfahren Sie, seit wann es Golf-Fernmitgliedschaften gibt und wie verbreitet diese heute in Deutschland sind.

 

Wir gehen aus Spaß mal in das Jahr 1995 zurück. Damals war der Golfsport in Deutschland noch zu 99% eine „Veranstaltung der oberen 10.000“: Elitäre Golfclubs mit reichen Vollmitgliedern, die sich ihr teures Hobby leisten konnten.

Und dann gab es das eine Prozent von Freaks, das sich irgendwie mit zweifelhaften Zugangsberechtigungen als Gastspieler auf die Golfplätze mogelte.

Beliebt war damals die sogenannte Auslandsmitgliedschaft, d.h. der Mogler organisierte sich für 50 Mark einen Clubausweis von irgendeinem Golfclub aus England oder Australien. Damit lief er dann zum deutschen Golfplatz und versuchte sich mit einem merkwürdigen nachgemachten Akzent an der Clubhaus-Sekretärin vorbeizuwurschteln:

Hi, ick bin James aus Birmingham and würde gerne hier einen Runde Golf playen auf Ihre schöne Platz.

Der Autor dieses Artikels sparte sich sogar die 50 Mark und bastelte sich einen schicken Ausweis vom „Vale Royal Abbey Golf Club“ aus Schottland:

Auf Pappe gedruckt & laminiert – fertig. Hat in zwei Drittel der Fälle funktioniert…

2005: Golf-Fernmitgliedschaft als Alternative

Um das Jahr 2005 herum begann sich die Golf-Fernmitgliedschaft herumzusprechen. Einige Golfclubs brauchten einfach Geld und ließen sich überreden, ihre freien Mitgliederkontingente in Bares zu verwandeln. War natürlich ziemlich peinlich für die, sich im Kreise der elitären anderen Golfclubs als „Wir sind arm und brauchen das Geld“ zu outen und sozusagen die Golfclub-Besitzer-Ehre zu unterlaufen.

In diesen Jahren entstanden auch die Agenturen, die online und diskret begannen, diesen "ärmeren Golfclubs" Fernmitglieder zu vermitteln:

  • Erstens hatten die Golfclubs keine Ahnung, wie man einen Internet-Vertrieb aufzieht.
  • Zweitens konnten sie so ihren Namen raushalten. Nur die Fernmitglieder selbst erfuhren, bei welchem Golfclub sie gemeldet wurden – aber der Name des bösen Golfclubs, der Fernmitgliedschaften anbietet, war ansonsten vorerst nicht öffentlich sichtbar.

Wir schätzen, dass im Jahre 2005 rund 10 Golfclubs das Modell der Fernmitgliedschaft anboten und rund 5.000 Golfer eine Golf-Fernmitgliedschaft hatten.

2010: Eine konkrete Studie zur Verbreitung der Golf-Fernmitgliedschaft

Das Portal Golf-Vergleich.de ermittelte im Jahre 2010, wie viele Golfer in Deutschland mit welcher Art von Mitgliedschaft gespielt haben. In der Studie wurden 32.500 Golf-Fernmitgliedschaften gezählt:

2017: Golf-Fernmitgliedschaft ist etabliert

In den Jahren zwischen 2005 und 2017 ist das Modell der Golf-Fernmitgliedschaft richtig populär und erwachsen geworden. Im Prinzip können Sie sich so vorstellen:

  • Vermittlungsagentur A überzeugt mühsam den ersten Golfclub, 500 Fernmitgliedschaften bereitzustellen. Nach langem Zaudern willigt der ein.
  • Nach einer Weile ist das Kontingent aufgebraucht und die Agentur braucht den nächsten Golfclub. Der kann nun leichter überzeugt werden: „Da machen auch schon andere Golfclubs mit..."
  • Unter den ärmeren Golfclubs spricht sich diese neue Geldquelle herum und sie versuchen auf eigene Faust ihren Vertrieb aufzubauen.
  • Neue Vermittlungsagenturen bilden sich.
  • Die Preise für die Golfer sinken und die Zusatzangebote (freie Golfclub-Wahl, Bonuspakete, Gutscheine bei Vertragsabschluss) werden leckerer.
  • Auch unter den Golfern spricht sich die Idee der günstigen Golf-Fernmitgliedschaft herum.

Heute verwalten die großen Agenturen für Golf-Fernmitgliedschaften rund 80.000 Mitglieder, das sind deutlich über 10% aller registrierten Golfer in Deutschland. Hinzu kommen noch einmal rund 10.000 bis 20.000 Fernmitgliedschaften, die von den Golfclubs direkt verkauft wurden. In Summe mischen rund 100 der 700 Golfclubs im Business der Golf-Fernmitgliedschaft mit.

Provokant könnte man sagen:

  • Ohne Golf-Fernmitgliedschaften wären viele Golfclubs inwischen insolvent und vom Markt.
  • Im Gegensatz zu anderen Sportverbänden (z.B. Tennis) kann der Deutsche Golfverband auf relativ konstante Mitgliederzahlen verweisen, da die Fernmitgliedschaftswelle den überall um sich greifenden Schwund auffangen konnte.
  • Die Golfer mit Fernmitgliedschaft machen rund 20% des Gesamtumsatzes der Golfbranche aus und sind daher nicht mehr wegzudenken.

Jährlicher Wechsel unter den Fernmitgliedern

Von den Vermittlungsagenturen für Golf-Fernmitgliedschaften wissen wir, dass sich rund 20% der verwalteten Fernmitglieder pro Jahr verabschieden. Sprich wenn Agentur A ein Level von 10.000 Mitgliedern halten möchte und am Jahresende aber immer 2.000 kündigen, dann muss sie im Laufe des Jahres 2.000 neue akquirieren.

Dazu zwei Anmerkungen:

  • Das Modell der Golf-Fernmitgliedschaft überzeugt jährlich viele Einsteiger, die ohne diese günstige Möglichkeit einen großen Bogen um den Golfsport gemacht hätten.
  • Mehr als die Hälfte aller Golfer, die kündigen, macht das, weil sie danach in eine Vollmitgliedschaft wechseln möchte. Sprich die Fernmitgliedschaft führt letztlich den Golfclubs nicht nur einen Haufen Umsatz zu, sondern bringt ihnen auf etwas längere Sicht auch noch motivierte & gut trainierte neue Vollmitglieder – und das ganz kostenlos!

In Summe kann man sich nur darüber wundern, warum auf den jährlichen Verbandstagungen der Golfclubs das Thema Golf Fernmitgliedschaft nahezu jährlich kontrovers diskutiert wird.

 

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